Mit seiner Dissertation "Literatur vom Ende der Literatur? Autofiktionalität in der Prosa von Wolfgang Hilbig ist Nicolas van Veen an der Universität Leipzig Teil der mit dem Pre-Doc-Award ausgezeichneten Kohorte. Betreut wird die Dissertation von Dr. Marit Heuß als Postdoc. Ausgangspunkt der Arbeit ist Hilbigs letzter Roman Das Provisorium, der die Grenzen literarischer Produktivität und Autorschaft im Literaturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland reflektiert, aber auch Texte wie Die Arbeiter. Ein Essai, Eine Übertragung Ich reagieren auf die Produktions- und Rezeptionsumstände von Literatur in der DDR und der BRD, wie Nicolas van Veen beobachtet. Gemeinsam mit Dr. Marit Heuß machte van Veen anlässlich des 85. Geburtstag Hilbigs aus dem Dissertationsthema ein umfangreiches Projekt für Leipziger Schüler/-innen.

Nicolas van Veen (re.) und Dr. Marit Heuß beim Kick-off des Pre-Doc-Awards 2025/26 © Christian Hüller
Der Pre-Doc-Award der Universität Leipzig unterstützt Tandems aus Predocs und Postdocs bei der Vorbereitung und Weiterentwicklung von Promotionsprojekten sowie bei der Einwerbung von Drittmitteln. Predoc van Veen und Postdoc Heuß organisieren nun als aktive Mitglieder der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V. (WHG) - mit Mitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, ausgereicht an die WHG von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten - ein mehrteiliges Schulprojekt (Schreib- und Lektüre-Workshops, Gesprächsrunden, Literaturspaziergang), das die Schülerinnen und Schüler ins Reclam-Museum Leipzig und ins ehemalige Industriegebiet Leipzig-Plagwitz führt, aber auch direkt am Montessori-Gymnasium stattfindet.
Nicolas van Veen und Marit Heuß haben dazu mit Constanze John, Ingo Schulze und Clemens Meyer weitere WHG-Mitglieder gewonnen, die den jungen Interessierten literarisch-politische Zeitgeschichte am Beispiel Wolfgang Hilbigs vermitteln. Die Ergebnisse der Schulveranstaltungen zu Wolfgang Hilbig werden später in die Lern-App DISCO eingespeist, und so überregional und dauerhaft anderen Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht.
Das Projekt führt die Beobachtungen aus van Veens Dissertationsvorhaben weiter. Es veranschaulicht - mit viel Raum für die eigenen Gedanken und Ideen der Schüler/-innen - die Produktionsbedingungen von Literatur in der DDR und im geteilten Deutschland.
Mehr zum Pre-Doc-Projekt von Nicolas van Veen und Marit Heuß ist hier zu finden.
Die aktuelle Kohorte des Pre-Doc Awards mit den Promotionsvorhaben stellt die Universität Leipzig hier vor.