Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V.

Am 2. Juni 2018, dem elften Todestag Wolfgang Hilbigs veranschaulichen zwei Veranstaltungen Aspekte seiner Heimatverbundenheit: Um 13 Uhr startet die "Literarische Stadtwanderung" in Meuselwitz, Hilbigs Geburts- und langjährigem Lebensort, - um 19 Uhr geht es nahegelegenen Lindenau-Museum Altenburg weiter: "Wolfgang Hilbig und Gerhard Altenbourg. Worte und Bilder. Lesung und Gespräch mit Ingo Schulze, Christa Grimm und Michael Hametner."

Die "Literarische Stadtwanderung" führt an für Leben und Werk Hilbigs bedeutsame Plätze. Volker Hanisch, gebürtiger Meuselwitzer, kennt die Biografie und das literarische Werk Wolfgang Hilbigs und weiß, dass die Stadt "M." in mehr als 30 Werken des Schriftstellers auftaucht. Darüber spricht er auf der Führung, während die passenden Werkauszüge von Andreas Herrmann (Schauspiel Leipzig) und Lieder zum Thema von Dieter Kalka (Meuselwitz/Leipzig) vorgetragen werden.

Stationen der etwa 2-stündigen Wanderung sind unter anderem die "Heimatstraße" einschließlich der ehemaligen "Hochfrequenzwerke" (Arbeitsstelle Hilbigs, fiktionaler Schauplatz in "Die Weiber"), der "Konsum" mit Briefkasten und altem Bäckereihof ("Der dunkle Mann"), die Schule, der Bahnhof, die Gärten der ehemaligen Grube "Fortschritt" ("Die Gewichte") am Stadtrand mit Blick zu den Wäldern und Auen, die das Geheimnis der "Alten Abdeckerei" beherbergen. Die Stadtwanderung lehnt sich, wenn auch etwas kürzer, in Inhalt und Wegstrecke an den virtuellen Rundgang im "Literaturland Thüringen" an.

Treffpunkt der Wanderung: Wiese neben Rudolf-Breitscheid-Straße 19 b, 04610 Meuselwitz; Teilnehmerbeitrag: 2 Euro.

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Um 19 Uhr schließt sich im Lindenau-Museum Altenburg Lesung und Gespräch über Wolfgang Hilbig und Gerhard Altenbourg an: Podiumsgast Ingo Schulze ist unter anderem durch seine Zeit als Dramaturg am Landestheater Altenburg mit beiden vertraut geworden. Über Hilbig hat er mehrere Texte geschrieben - auch das Nachwort zu Band 3 der Wolfgang-Hilbig-Werkausgabe mit den Erzählungen "Die Weiber", "Alte Abdeckerei" und "Die Kunde von den Bäumen", die sich alle in der Region verorten. Mit den Werken beider Künstler eng vertraut ist auch Dr. Christa Grimm, die bis heute im Nachbarhaus Gerhard Altenbourgs wohnt und über eine besondere Begebenheit zu Hilbigs Gedicht "Der Garten von Gerhard Altenbourg" berichten kann. Kulturredakteur Michael Hametner moderiert das Gespräch über die Beziehung zwischen Kunst und Literatur und ihre realen Bezüge in der Landschaft.

Ort: Lindenau-Museum Altenburg, Gabelentzstraße 5, 04600 Altenburg; Eintritt: 6 Euro

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Nicht zum öffentlichen, aber dennoch zum Programm gehört zudem ein Ereignis, das bereits am Freitag, dem 1. Juni stattfindet: Ein Workshop für Schüler/-innen und Lehrer/-innen am Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium in Meuselwitz, den die Hochschullehrer Dr. Birgit Dahlke (Humboldt-Universität, Berlin) und Dr. Stephan Pabst (Friedrich-Schiller-Universität, Jena) gestalten. Birgit Dahlke hat unter anderem 2011 eine kompakte Biografie über den Meuselwitzer Schriftsteller verfasst, Stephan Pabst  hat u. a. ein Buch über Hilbigs Bildsprache herausgegeben. Beide sind Mitglied der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft, Leipzig.

Alle drei Veranstaltungen zeigen Wolfgang Hilbig sowohl als Weltliteraten als auch Heimat-Schriftsteller und werden insbesondere von der Dirk-Oelbermann-Stiftung, Regis-Breitingen, gefördert.