Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V.

Kontexte

Die Texte Wolfgang Hilbigs fordern fortgesetzt Literaturwissenschaftler zur Forschung und Künstler verschiedener Genres zur Adaption heraus: Theaterinszenierungen entstehen, Film, Fotografie, Gemälde, aber auch Essay und Gedicht. Weitere Kontexte, in denen Hilbigs Werk steht, sind literaturgeschichtliche und Literaturbetrieb und -kritik. Eine Auswahl dieser "Kontexte" finden Sie hier.


Künstlerisches

"Das Meer in Sachsen", ein von der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft gefördertes Bühnenprogramm, hatte Premiere am 31. August 2013 zum Leipziger "Tag der Industriekultur". Dieter Kalka und Volker Hanisch interpretieren "Industrietexte" Hilbigs wie "Die verlassene Fabrik", "Der Durst", "windmühlen wassermühlen", die sich in gefühlvollen musikalischen Zwischenstücken Dieter Kalkas wie "Der Mann aus Stein" oder "Mühlenlied" widerspiegeln. - Hier kann man das Programm nachhören (die ersten fünf Minuten O-Ton Wolfgang Hilbig aus dem "Off" lassen sich überspringen).


Die Bühnenfassung  des Poems "Prosa meiner Heimatstraße"
in der Inszenierung von Leopold von Verschuer (Dramaturgie Uwe Kolbe) wurde uraufgeführt im Rahmen des " Internationalen Poesiefestivals" am 14. Juni 2013 in der Berliner Akademie der Künste.

Zwei Bühnenstücke nach Hilbig-Texten: "Alte Abdeckerei" und "Er, nicht ich" von und mit Andrej Kaminsky kamen in der Spielzeit 2012/2013 am "Schauspiel Leipzig" auf die Bühne - "Alte Abdeckerei" als lecture performance, sehr textkonzentriert, "Er, nicht ich" als originelles Mehrpersonenstück, bei dem das Publikum einem Spiel der Identitäten und den Akteuren auf verschiedene Bühnen folgt.

"Totengedeck" für Wolfgang Hilbig an der Volksbühne Berlin. In dieser von Peter Wawerzinek moderierten Reihe wurde im April 2012 die Tafel auch für Wolfgang Hilbig gedeckt. Tilo Köhler, an Wawerzineks Tafel geladen, brachte "als Gast" den Dichter Hilbig mit.


Die Fotoserie "Hilbigs Heimat"
von Thomas Steinert, zuletzt ausgestellt 2012 in Leipzig, ist eine Hommage an Wolfgang Hilbig: Bilder von Landschaften und Industriegebäuden im mitteldeutschen Braunkohlerevier 1974 bis 1995, von denen es im Begleittext der Galerie heißt: "In seinen radikalen Schwarz-weiß-Fotografien hat Thomas Steinert die vom Braunkohleabbau geprägten und zerschundenen Landschaften festgehalten, in denen Hilbigs Prosa ihre Wurzeln trieb."


Der Film "Wolfgang Hilbig. Eine Erinnerung" von Siegfried Ressel wurde erstmals 2011 bei 3sat ausgestrahlt: In der alten Meuselwitzer Bahnhofshalle kommen Freunde Hilbigs ins Gespräch über den Dichter, sein Leben und seine Texte, die - eine intensive Hörerfahrung - von Corinna Harfouch eingesprochen sind. Sequenzen von Hilbigs Meuselwitz (Bahnhof, Industrieanlagen, Felder) vervollkommnen die "Erinnerung".


Der Komponist Georg Katzer vertonte drei Hilbig-Texte. Die Stücke "Ophelia" (1994), "La fabbrica abbandonata" (2005 und 2010, als Musikdruck bei Edition Gravis) und Grenzüberschreitung nach Hilbig (2004) werden immer wieder von verschiedenen Ensembles gespielt.


 

Literaturbetrieb/Feuilleton

Im Jahr 2002 wurde Wolfgang Hilbig mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis wird von der "Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung" verliehen und gilt als die höchste literarische Auszeichnung Deutschlands.

 
Im Jahr 2002 erhielt Wolfgang Hilbig den Peter-Huchel-Preis für das Buch "Bilder vom Erzählen". Zur Preisverleihung las er seine Gedichte. Dies sowie die Laudatio von Gregor Laschen und Hilbigs Dankrede kann man auf der Internetseite zum Huchel-Preis nachhören.

 


Literaturwissenschaft

Zentrales Thema der Germanistik in Frankreich ist 2012-2014 Wolfgang Hilbigs Roman "Ich". Die "agregation d'allemand" machte im aktuellen Zweijahreszeitraum dieses Buch zum Gegenstand der akademischen Forschung und Lehre. Die Beiträge der Auftaktkonferenz 2012 in Paris und der 2013 in Lyon abgehaltenen Tagung sind inzwischen erschienen: als eigenständige Publikation unter dem Titel "'Ich' de Wolfgang Hilbig"  und im  Heft 204 der Zeitschrift "Allemagne d'aujourd'hui"

Zur Vorlesungsreihe "Stasi als Thema in der Literatur" im Jahr 2002 an der Universität Tübingen hatte Dozent und Organisator Franz Huberth auch Wolfgang Hilbig eingeladen. Ein Videomitschnitt der etwa einstündigen Vorlesung mit Hilbig (einschließlich Diskussion und Lesung aus dem Roman "Ich") steht im Internet zur Verfügung. Weitere Gäste der Vorlesungsreihe waren z. B. Wolfgang Emmerich, Karl Corino, Kerstin Hensel, Uwe Kolbe und Joachim Walther.