Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e.V.

Für Wolfgang Hilbigs Bedeutung in der (inoffiziellen) Literaturszene war die "Motorbootlesung" auf einem kleinen Stausee im Sommer 1968 ein wichtiger Moment. Diese Lesung erläutert eine Ausstellung in der Leipziger Stadtbibliothek - und der zur Finissage am 1. März 2018 gezeigte Dokumentarfilm "In jenem beharrlichen Sommer", der sich mit der politischen Atmosphäre, den Vorstellungen und Perspektiven der auf dem Boot befindlichen Dichter und Intellektuellen befasst.

Die Ausstellung, die unter dem Titel "FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG" mehrere Themen zur Lyrik zusammenfasst, ist seit dem 8. Dezember 2017 zu sehen. Die Finissage der Ausstellung verweist am 1. März 2018 mit dem Dokumentarfilm speziell auf das fünfzigjährige Jubiläum der kulturgeschichtlich und politisch bedeutsamen "Motorbootlesung" im Sommer 1968. Damals saßen die Leipziger Dichter (mehr oder weniger) "in einem Boot" - einige von ihnen, wie Siegmar Faust, Andreas Reimann und Wolfgang Hilbig, hatten später starke Repressalien von Staat und Staatssicherheit auszuhalten.

Der Dokumentarfilm "In jenem beharrlichen Sommer" von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch, entstanden 2006/07, fußt auf dem 2003 von MDR und RBB ausgestrahlten Feature "Das sächsische Meer. Leipziger Schriftsteller und der Prager Frühling."

Wolfgang Hilbigs Gedicht "das meer in sachsen" indes, weit über konkrete zeitgeschichtliche Themen hinausgreifend, darf auch auf die Ideen in "jenem beharrlichen Sommer" auf dem Boot übertragen werden, als "sachsen ... gottes ordnung zu ändern [sann]".


Wann? 1. März 2018, 19 Uhr, in Teil 2 Vorführung des Films

Wo?    Leipziger Stadtbibliothek, Wilhelm-Leuschner-Platz 10--11, 04107 Leipzig

Eintritt frei

 

Hier finden Sie mehr Informationen zur Ausstellung und zur Finissage mit dem Dok-Film.